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Am 11. Mai 2026 ist der Schweizer Overshoot Day 👇 und der Zufall will es, die Finals in meinem ETH-Kurs.

Das heisst, ab diesem Tag lebt die Schweiz auf Pump. Wir verbrauchen mehr Ressourcen, als die Erde in einem Jahr regenerieren kann. 2024 war dieser Tag noch am 27. Mai. In knapp zwei Jahren haben wir ĂĽber zwei Wochen verloren. Der Trend kennt keine Pause. Oder doch.

Diese Woche war Benjamin Poignon von baubüro in situ ag bei uns am Hönggerberg. Er hat gezeigt, wie man mit dem arbeitet, was bereits da ist.

K118 in Winterthur. Die SBB-Werkstätten am Schlachthof Zürich. Gebäude, die nicht ersetzt, sondern weitergedacht werden.

Form follows availability . Nicht was neu ist zählt, sondern was bereits da ist.

Unser baukulturelles Erbe ist nicht der Gegensatz zur Zukunft. Es ist ihr Fundament. Kein Entweder-oder. Ein Miteinander:

👉 Was war, trägt.

👉 Was gebraucht wird, ergänzt.

👉 Zusammen entsteht mehr als die Summe der Teile.

Wer Städte plant, wer Gebäude entwirft, wer Zonenordnungen schreibt, der sitzt an einem der grössten Hebel. Architektur und Planung erzeugen einen Grossteil der Emissionen. Und genau deshalb haben Planende so viel Gestaltungsmacht.

Ich bringe meinen Studierenden nicht bei, wie die Stadt aussehen soll. Ich bringe ihnen bei, wie man entscheidet, wenn die Ziele sich widersprechen, wenn die Antwort nicht klar ist, und wenn das, was heute auf Papier entschieden wird, in 20 oder 50 Jahren gebaut sein wird.

Szenarien statt Zustände. Zonenordnungen als Weichenstellungen. Enkeltaugliche Entscheidungen bedeuten nicht Verzicht, sondern Klarheit darüber, was wirklich zählt.

Der Wandel ist konstant. Die Richtung bestimmen wir.

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