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Die Wohnungsknappheit im Kanton Zürich wird nicht am Sonntag an der Urne gelöst, sondern über Jahre in den Bau- und Zonenordnungen.

Am Sonntag stimmt der Kanton Zürich über drei Wohninitiativen ab. Im 12h45 von RTS habe ich im Beitrag von Camille Lanci die Ursachen der Knappheit eingeordnet: In den letzten Jahrzehnten entstanden viele neue Arbeitsplätze, aber zu wenig Wohnungen. Die Antwort darauf: mehr Wohnraum ermöglichen und dabei soziale und ökologische Aspekte zusammendenken.

Eine Zahl, die Walter Angst im selben Beitrag nennt, macht konkret, worum es geht: 20'000 bis 30'000 Wohnungen im Kanton Zürich kommen in den nächsten Jahren ins Sanierungsalter. Über Verdrängung entscheidet dort weniger der Mieterschutz als die zulässige Dichte in den Bau- und Zonenordnungen.

Ist die zulässige Dichte zu tief, rechnet sich das behutsame Weiterbauen im Bestand nicht. Es wird abgerissen und neu gebaut. Die bisherige Mieterschaft ist weg, die neuen Wohnungen sind teurer.

Dieselbe Grenze deckelt zugleich den Neubau. Es entstehen weniger Wohnungen – auch günstige –, als Boden und ÖV-Erschliessung hergeben würden.

Die ökonomische Dimension der Nachhaltigkeit entscheidet, ob die soziale und die ökologische überhaupt erreichbar sind.

Die drei Initiativen – Eigentumsförderung, gemeinnütziger Wohnungsbau, Wohnschutz – beantworten die Verteilungsfrage: Wer bekommt den Wohnraum? Keine stellt die Mengenfrage: Wie viel darf wo überhaupt entstehen?

Deshalb gilt, unabhängig vom Resultat am Sonntag: Die Wohnungsknappheit wird durch die Ermöglichung von mehr Wohnraum in den Bau- und Zonenordnungen gelöst. Lassen wir an gut erschlossenen Standorten mehr Wohnraum zu – auch preisgünstigen –, werden alle drei Nachhaltigkeitsdimensionen erreichbar.

Genau dort liegt der gemeinsame Nenner von Eigentümerinnen, Mietern, Gemeinden und Politik. Daran arbeiten wir.

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