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«Die Zukunft ist dichter, aber nicht zwingend hoch.»

Basel plant rund 40 neue Wohnhochhäuser in zehn Jahren. Nau.ch hat mich um eine Einschätzung gebeten. Ein paar Gedanken über den Artikel hinaus.

«Basel» meint hier nicht nur die Stadt. Ein Teil der Projekte liegt in Baselland, etwa die Hagnau in Muttenz oder der Turm im Bredella-Quartier Pratteln am Bahnhof, zehn Zugminuten entfernt auf ehemaligem Industrieland an einem top erschlossenen ÖV-Knoten.

Für mich ist der Turm nicht das Ziel, sondern ein Werkzeug. Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern ob ein Ort eine echte 10-Minuten-Nachbarschaft trägt, in der Wohnen, Arbeiten und Alltag in Gehdistanz liegen. Die nötige Dichte erreicht man aber nicht zwingend mit einem Turm, oft geht es auch flächig, mit 4-bis 6-geschossigen Gebäuden. Der Turm rechtfertigt sich vor allem für noch mehr oder zur Kompensation: wo Fläche fehlt wegen Denkmalschutz, Gleisfeld oder Topografie, oder wo man Dichte bündelt, um andernorts lockerer zu bauen.

Zwei Fragen sind zentral. Erstens die kritische Masse: Ein Standort trägt erst, wenn er mit seiner Umgebung die Dichte für ein echtes Quartier erreicht, sonst bleibt die 10-Minuten-Nachbarschaft ein Versprechen. Zweitens das Verhältnis von Wohnen und Arbeiten. Bürotürme erzeugen selbst enorme Wohnnachfrage, ein einziger Roche-Turm so viel wie vier bis fünf Wohnhochhäuser. Wünschenswert wären rund zwei Einwohner je Arbeitsplatz. Ein Areal wie das Klybeck zeigt, wie fein diese Balance justiert werden muss.

Hier liegt die eigentliche Chance. Basel hat mit dem Hochhauskonzept von 2010 eine Grundlage, doch die Projekte werden bis heute weitgehend einzeln verhandelt. Nach 15 Jahren ist es Zeit, das Konzept zu überprüfen und einen Schritt weiterzugehen: die Verankerung in der Grundordnung (BZO). Analog zum Broadway-Plan in Vancouver, den ich kürzlich auf LinkedIn diskutiert habe, hiesse das, Höhe nicht Turm für Turm auszuhandeln, sondern Cluster dort festzulegen, wo Dichte stadtökonomisch naheliegt, mit vorgeschriebener Dichte, Nutzungsmix und einem tragfähigen Anteil preisgünstiger Wohnungen direkt in der Zone.

Der Gewinn wäre dreifach: Sicherheit für die Stadt, für die Eigentümerschaft und für die Bevölkerung, dass am Ende ein Mehrwert für sie herausschaut, lebendige 10-Minuten-Nachbarschaften statt einzelner Türme ohne Quartier.

Genau hier arbeite ich gern mit, dem Kanton Basel-Stadt wie mit dem Kanton Basel-Landschaft, wie in unserem Referenzprojekt in Flawil mit dem Bundesamt für Wohnungswesen (Bericht folgt demnächst).

Sondernutzungsplan oder Grundordnung: Braucht es bei Hochhäusern den Spielraum für den Einzelfall oder klare Regeln für ganze Zonen?

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