← Blog

Einsprachen sind nicht das Problem. Sie sind das Symptom.

Am Jahresanlass von Entwicklung Schweiz / Développement Suisse drehte sich alles um zwei Fragen: Wie bauen wir an zentralen Lagen mehr Wohnraum? Wie bremsen wir die Einsprachen?

Roman Mayer (Direktor Federal Office for Spatial Development ARE) zeigte die Slide, mit Einsprachen und Rekursen als zentrale Hürde für die Bereitstellung von Wohnraum. Andrea Gmür (Ständerätin Kanton Luzern) möchte die Einsprachemöglichkeiten einschränken.

Beides ist nachvollziehbar. Aber so einfach ist es nicht.

Denn eine Einsprache gegen 10 Wohnungen kostet das Gleiche wie eine gegen 100 aber der gesellschaftliche Nutzen ist ein völlig anderer. Das Verfahren ist nicht die Wurzel des Konflikts. Es ist nur die Stelle, an der er sich entlädt.

Der Punkt, der in der Debatte fast immer fehlt: Ein schnelleres Verfahren schafft keinen einzigen zusätzlichen Quadratmeter, wenn die zulässige Ausnützung zu tief ist. Im Gegenteil. Was einmal mit zu wenig Dichte gebaut ist, steht 40, 50 Jahre. Es wird nicht abgerissen, nur um endlich die Dichte zu erreichen, die der Standort gebraucht hätte. Tiefe Ausnützung wird so wortwörtlich in Beton gegossen.

Der eigentliche Hebel liegt deshalb nicht beim Verfahren, sondern bei der Menge und ihrer rechtssicheren Verankerung in der Grundordnung der Nutzungsplanung (BZO, BZR). Standortabhängig, parzellenscharf, hergeleitet aus ÖV und Lage. Nicht Projekt für Projekt über Sondernutzungspläne ausgehandelt.

Wer auf der richtigen Parzelle statt 10 Wohnungen 100 zulässt, baut keine Masse. Er baut einen Beitrag zu 10-Minuten-Nachbarschaften: kurze Wege, lebendige Zentren, weniger Verkehr. Genau dort, wo Dichte am richtigen Ort sitzt und Qualität bringt, wird aus dem NIMBY-Reflex Akzeptanz und der Anlass für die Einsprache sinkt.

Genau hier setzen wir bei Resilientsy an: räumliche Evidenz und juristische Verankerung in einem. Wir leiten die zulässige Menge parzellenscharf her und sichern sie rechtlich ab, vom Richtplan bis in die Grundordnung.

Du willst Innenentwicklung nicht nur fordern, sondern umsetzen? Lass uns deinen Kanton, deine Gemeinde oder deine Parzelle durchrechnen.

Danke an Karin Bührer und Entwicklung Schweiz für den tollen Anlass.

Original-Beitrag auf LinkedIn ansehen

Weitere Beiträge