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«Es passen gut auch 16 Millionen Menschen in die Schweiz.»

«Es passen gut auch 16 Millionen Menschen in die Schweiz.»

Mit diesem Satz aus einem SRF-Interview zitiert mich heute Julius N. in der BILD, die auflagenstärkste Zeitung Deutschlands. Vier Tage vor unserer Abstimmung zur 10-Millionen-Initiative schaut also auch das Ausland auf die Schweizer Dichtedebatte.

Ich bleibe bei meinem Satz. Und ich sage etwas, das man vier Tage vor einer Abstimmung selten hört:

Beide Lager haben recht.

Wer Ja stimmt, spürt etwas Reales. Volle Züge, knappe Wohnungen, verbaute Landschaft. Das ist keine Einbildung. Das ist messbar.

Wer Nein stimmt, hat auch recht. Die Zahl der Menschen ist nicht das Problem.

Das Problem ist, wohin wir sie planen.

Zu den beliebtesten Wohnquartieren gehören die dichtesten. Der Breitenrain in Bern. Der Lindenplatz in Zürich. Die Neustadt in Luzern. In Deutschland: Prenzlauer Berg in Berlin, Eimsbüttel in Hamburg, Schwabing-West in München. Kurze Wege, Läden im Erdgeschoss, Tram, Bus oder Bahn vor der Tür. Die Nachfrage ist enorm, die Mieten zeigen es.

Kein einziges dieser Quartiere dürfte heute noch gebaut werden. Die geltenden Bau- und Zonenordnungen verhindern sie. In der Schweiz wie in Deutschland.

Wir haben uns die Quartiere, die viele wollen, selber verboten.

Die Folge spüren alle. Das Wachstum landet dort, wo es erlaubt ist, nicht dort, wo es hingehört: weit weg von den Zentren, autoabhängig, flächenintensiv. Genau das erzeugt den Dichtestress, über den wir am Sonntag abstimmen. Nicht die Menschen. Die Planung.

Am Sonntag entscheiden wir über eine Zahl. Worauf es danach ankommt, ist keine Zahl, sondern Qualität: gut erschlossene, aber noch zu wenig dichte Lagen in lebendige Nachbarschaften transformieren. Wo die grössten Hebel dafür liegen, lässt sich berechnen. Genau das machen wir bei Resilientsy, mit Daten zu 10-Minuten-Nachbarschaften, für Agglomerationen, Kantone, Gemeinden und Eigentümerschaften.

Die Daten zeigen, wo Verdichtung Qualität schafft. Die Frage ist, ob Politik und Planung den Mut haben, dort anzusetzen. Woran scheitert es aus eurer Sicht am häufigsten?

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