Lehre heisst für mich neugierige Köpfe aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenbringen und ihnen den Raum geben, gemeinsam etwas Neues zu schaffen.
In meinem Kurs «4D Geodesign & Urban Transformation» an der ETH Zürich simulieren wir die Zukunft der Stadtplanung: von der Datenbasis in ArcGIS Online über die Modellierung komplexer Entwicklungsszenarien in ArcGIS Urban bis zum narrativen Finale mit StoryMaps.
Das Interesse an diesem interdisziplinären Format ist mittlerweile gross. Die Teilnehmerzahl hat sich dieses Semester fast verdoppelt, von rund 20 auf 36 Studierende in 18 Gruppen. Ein schöner «Wachstumsschmerz», der mir noch einmal gezeigt hat, worauf es in der modernen Lehre wirklich ankommt.
Interdisziplinarität als Stärke. Studierende aus Architektur (D-ARCH) und Bauingenieurwesen (D-BAUG) bringen unterschiedliche «Rucksäcke» mit. Genau dort, wo diese Perspektiven aufeinandertreffen, entstehen die spannendsten Lösungen. Die didaktische Kunst ist, dieses Vorwissen modular und in Rekordzeit zu harmonisieren.
Tiefe trotz Skalierung. Mit 18 Gruppen steigt die Komplexität der Betreuung. Innovation in der Lehre bedeutet für mich, Prozesse so weiterzuentwickeln, dass Qualität und inhaltliche Tiefe auch bei wachsendem Interesse der Standard bleiben.
Vom Pilot zum Standard. Der Zuspruch zeigt, dass interdisziplinäre Formate den Nerv der Zeit treffen. Die nächste Aufgabe: diese Innovationskraft aus der agilen Projektphase in eine nachhaltige, langfristige Struktur zu überführen.
Ein solcher Kraftakt gelingt nur im Netzwerk. Herzlichen Dank an Victoria Desponds für die Unterstützung bei allen technischen Fragen. An unsere Gäste, die den Kurs mit ihrer Expertise bereichert haben: Francisco Alaniz Uribe (University of Calgary), Dominik Allemann (Esri R&D Center Zurich), Philippe Druel (Komplex Bau), Stefan Graf (ESRI Schweiz AG), Dr. sc. Vera Kaps (D-ARCH ETH Zürich), Benjamin Poignon (baubüro in situ ag) und Christian Sailer (D-BAUG, ETH Zürich). Und an die Studierenden. Es war auch dieses Semester wieder beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement ihr euch durch eine steile Lernkurve gekämpft habt.
Wie sichert ihr Qualität und Tiefe in der Lehre, wenn die Nachfrage das ursprüngliche Design übersteigt?
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