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Manchmal beginnt Wandel mit einer Forschungsfrage. Und manchmal mit einer ehrlichen Antwort: „Ich weiss es nicht – lassen Sie mich in den Daten nachschauen.

Manchmal beginnt Wandel mit einer Forschungsfrage. Und manchmal mit einer ehrlichen Antwort: „Ich weiss es nicht – lassen Sie mich in den Daten nachschauen."

Vor rund zehn Jahren startete ich am ETH Wohnforum - ETH CASE das Swiss National Science Foundation SNSF-Forschungsprojekt „How to Grow" mit der Frage: Wie können Gemeinden nach innen wachsen, ohne Kulturland zu verlieren und ohne ihre Identität einzubüssen? Daraus entstand unter anderem das Konzept der 10-Minuten-Nachbarschaften.

Am ETH Forum Wohnungsbau 2024 „MEHR WOHNRAUM IN STÄDTEN – Wie gelingt die innere Verdichtung?" stand die Wanderausstellung meines SNF-Wissenschaftskommunikationsprojekts 10-Minuten-Nachbarschaften im ETH-Hauptgebäude. Ich hielt dort auch die Keynote „10-Minuten-Nachbarschaften als Schlüssel zu nachhaltigen Raumentwicklungen" und danach kam der Gemeindepräsident von Flawil auf mich zu mit einer Frage: „Ist Flawil eine 10-Minuten-Nachbarschaft? Kann es eine werden?"

Ich musste ehrlich sein: Ich wusste es nicht. Aber ich versprach, in den Daten nachzuschauen. Aus dieser einen Frage – und der Antwort darauf – wurde ein konkretes Ortsplanungsprojekt für die Gemeinde Flawil und ein Referenzprojekt für das Federal Office for housing FOH.

Heute liegt das Ergebnis vor: Der Schlussbericht zum Referenzprojekt Flawil ist ab sofort auf der Website des Bundesamts für Wohnungswesen (BWO) verfügbar. 🎉

Was das Projekt zeigt, macht Mut: Statt über fertige Pläne zu streiten, wurde die Bevölkerung von Anfang an einbezogen und zwar mit drei Zukunftsszenarien, Visualisierungen, Handskizzen und einem Dorfspaziergang im Rahmen der Wanderausstellung.

Das Resultat: 📉 Der Anteil Unentschlossener sank von rund einem Drittel auf 2 %. 📈 Die Zustimmung zu einer stärkeren Innenentwicklung stieg von 63 % auf 93 %.

Die Erkenntnis dahinter ist einfach und kraftvoll: Wer früh, transparent und verständlich einbezogen wird, trägt Veränderung mit.

Ein solches Projekt gelingt nur gemeinsam. Herzlichen Dank an die Gemeinde Flawil – Rolf Claude, Pascal Bossart und René Bruderer – für das Vertrauen und den Mut, neue Wege zu gehen. Danke an das Bundesamt für Wohnungswesen BWO – Stephanie Führer, Marie Glaser und Martin Tschirren – für die Unterstützung. Danke an meine Partnerin Miriam Lüdi bei Resilientsy, ohne die enge Zusammenarbeit wäre dieses Projekt nicht dasselbe. Auch danke an die Begleitgruppe, die Echogruppe und die Bevölkerung.

👉 Fragen Sie sich, ob Ihre Gemeinde eine 10-Minuten-Nachbarschaft ist oder eine werden könnte? Möchten Sie die planerische Grundlage für Ihre Zentrums- und Quartierentwicklung gemeinsam mit der Bevölkerung gestalten? Melden Sie sich, wir schauen gerne gemeinsam in die Daten und teilen unsere Erfahrungen.

👇 Links zum Bericht und Hintergrund:

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