Und dann kommt ein Juni wie dieser. Plötzlich wird nicht mehr nur über das Problem diskutiert, sondern auch über einen Lösungsansatz aus meiner Forschung. Auf bajour.ch, bei RTS, in der Schweiz am Wochenende, auf watson.ch, gleich zweimal auf Bild.de. Lokal, sprachregional, national, international.
Sogar in der Berichterstattung zum SNB-Leitzinsentscheid taucht mein Ansatz auf. Als Erklärung, warum das Wohnangebot knapp bleibt. Ein Fachthema aus meiner Forschung, plötzlich im Geldpolitik-Teil. Da musste selbst ich zweimal hinschauen.
Und es bleibt nicht bei den Medien.
In Flawil haben vergangenen Herbst über 90 Prozent der Teilnehmenden Ja gesagt zur substantiellen Innenentwicklung im Zentrum zugunsten eines lebendigeren Ortszentrums. Das fliesst jetzt in die Ortsplanung ein. Im Baselbiet macht ein Grüner Landrat den Ansatz zur Grundlage einer Motion. In Basel-Stadt scheiterte ein ähnlicher Vorstoss eines LDP Grossrats 2024 im Grossrat nur im Stichentscheid. Inzwischen gibt der Basler Kantonsbaumeister mir im Klybeckplus-Interview öffentlich recht. National fordert die GLP eine Quartieroffensive nach genau dieser Logik.
Verschiedene Parteien und trotzdem die gleiche Stossrichtung.
Mein Befund bleibt überall derselbe. Zu viele Menschen? Nein. Zu wenige Wohnungen am richtigen Ort? Genau das.
Die Analyse liefere ich. Die Lösung entsteht gemeinsam. Verwaltung, Immobilienbranche, Politik und Bevölkerung sitzen bei uns am selben Tisch. Wir bringen Daten, Szenarien und Visualisierungen mit. Es wird kommuniziert, debattiert und am Ende eine bessere Lösung gefunden, als jede Seite sie allein gefunden hätte.
Der Weg dahin ist zäh. Manchmal fühlt es sich an, als ginge gar nichts vorwärts. Steter Tropfen höhlt den Stein, sage ich mir dann. Und irgendwann tut er es wirklich.
Inzwischen ist aus den einzelnen Tropfen für mich gefühlt eine Welle geworden. Diese Welle lässt sich überraschend gut surfen.
Wer ein Grundstück, Areal, ein Quartier oder eine Gemeinde, eine Stadt, einen Kanton, eine Agglomeration, die Schweiz resilient und an geeigneten Orten nachhaltig und lebenswert entwickeln will, vom Konzept bis zum rechtssicheren Vollzug, der darf gern mitsurfen.
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