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Über 90 Prozent waren für mehr Wohnraum.

Über 90 Prozent waren für mehr Wohnraum.

Mitten in ihrer laufenden Nutzungsplanung kam der Gemeindepräsident von Flawil auf mich zu. Seine Frage war einfach. Ist unser Ortszentrum eine 10-Minuten-Nachbarschaft? Kann es eine werden?

Wir haben mehrere Szenarien gerechnet und visualisiert. Vom «weiter wie bisher» bis zur substanziellen Innenentwicklung im Zentrum mit einer 10-Minuten-Nachbarschaft. Dann haben wir diese Szenarien mit der Bevölkerung diskutiert. Viele hatten sich solche Gedanken zum ersten Mal gemacht. Am Schluss sprachen sich über 90 Prozent der Anwesenden für eine substanzielle Innenentwicklung aus.

Das ist der Unterschied zwischen Wohnungsnot als Naturgesetz und Wohnungsbau als Entscheidung.

Die Dimension des Problems ist bekannt. Zürich fehlen rund 200'000 Wohnungen. Vor 60 Jahren kamen zwei Einwohner auf einen Arbeitsplatz, heute ist es fast eins zu eins. Die Stadt hat Arbeitsplätze geschaffen, kaum aber Wohnraum. Wer heute neu einzieht, zahlt bis zu 50 Prozent mehr als die direkten Nachbarn. Menschen werden aus ihrer Stadt verdrängt.

Eine neue Bau- und Zonenordnung wäre die Gelegenheit, das zu ändern. Vorgelegt wurde der Bevölkerung bisher ein einziges Szenario, verpackt in einen 500-seitigen Erläuterungsbericht. Der kommunale Richtplan nennt die «Stadt der kurzen Wege» als Ziel. Mit einem einzigen «weiter wie bisher» lässt sich dieses Ziel weder prüfen noch erreichen.

Die Methode aus Flawil ist übertragbar. Sie funktioniert für eine Grossstadt wie Zürich mit über 400'000 Menschen, für eine Gemeinde mit 10'000 Menschen und für ein einzelnes Areal bspw. einer gemeinnützigen Stiftung. Zuerst rechnen, was ein Standort an Wohnraum und an 10-Minuten-Nachbarschaft hergibt. Dann sichtbar machen, was die Zahlen für die Menschen bedeuten. Dann gemeinsam entscheiden.

Diese Frage stellt sich jeder Gemeinde, jeder Stiftung und jeder Eigentümerschaft. Was ist an unserem Standort an Wohnraum und an Lebensqualität wirklich möglich? Wer sie ernsthaft beantworten will, rechnet, visualisiert und diskutiert. Genau dabei begleiten wir bei Resilientsy. Schreib mir.

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