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Vieles im Alltag in 10 Minuten zu Fuss. Geht das auch bei uns?

Vieles im Alltag in 10 Minuten zu Fuss. Geht das auch bei uns?

Stell dir vor: Du trittst aus der Haustür, gehst fünf Minuten und hast frische Gipfeli, den Bus und einen Park gefunden. Klingt utopisch? Ist es nicht, aber es braucht mehr als gute Erschliessung.

Das Konzept heisst 10-Minuten-Nachbarschaften: Wohnen, Einkaufen, Freizeit und teilweise sogar Arbeit, also vieles im Alltag in einem 500-Meter-Radius. Damit das funktioniert, braucht es aber eine Mindestdichte von rund 10'000 Einwohnenden und idealerweise im Verhältnis 2 Einwohnende zu einer beschäftigten Person 5000 Beschäftigte. Sonst fehlt einfach die lokale Nachfrage, um Läden, Cafés oder Gesundheitsdienste am Leben zu erhalten.

Basel macht's teilweise vor. Das Matthäusquartier erfüllt diese Bedingungen längst. Lebendige Strassen, kurze Wege, Wochenmarkt, spontane Begegnungen. So fühlt sich die 10-Minuten-Nachbarschaft an.

Aber Muttenz und die Birsfelden? Die Siedlungen Käppeli und Sternenfeld der Baugenossenschaft zum Stab sind verkehrstechnisch super erschlossen, doch die Dichte fehlt noch. Heute leben dort 3'900 resp. 4'200 Menschen im 500-Meter-Radius. Das reicht schlicht nicht, um genug Nutzungsvielfalt zu tragen. Viele Angebote überleben nur dank Kundschaft von ausserhalb.

Das lässt sich ändern, aber nicht mit einzelnen Umbauten oder Sondernutzungsplänen. Es braucht eine aufgeklärte, partizipative Ortsplanungsrevision, wie sie etwa die Gemeinde Flawil gemeinsam mit der Bevölkerung umgesetzt hat: Szenarien entwickeln, Potenziale sichtbar machen und gemeinsam Zukunftsbilder schaffen.

Was bringt das konkret? Mehr Läden und Treffpunkte ums Eck. Mehr Zeit, mehr Gemeinschaft, mehr Lebensqualität.

Könnten Käppeli und Sternenfeld Modellquartiere für echte 10-Minuten-Nachbarschaften werden? Wir denken: ja. Ein erster Schritt wäre, den Dialog jetzt zu starten und die Wanderausstellung 10-Minuten-Nachbarschaften in die Gemeinde Muttenz und Gemeinde Birsfelden zu holen.

Miriam Lüdi und ich wurden von Yvonne Steiner Ly der Baugenossenschaft zum Stab angefragt, um für den Jahresbericht 2025 über das Thema "Wie kurze Wege unseren Alltag verbessern können" zu schreiben. Es freut uns, wenn die Idee weiterreist, also gerne teilen!

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