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Wirtschaftsstarke Städte bremsen beim Wohnungsbau. Die Rechnung zahlt das Umland.

Wirtschaftsstarke Städte bremsen beim Wohnungsbau. Die Rechnung zahlt das Umland.

Nehmen wir Baden, meine Stadt. Ich wohne und arbeite hier und zahle damit beide Seiten dieser Rechnung. Und trotzdem gilt auch hier: Einwohnende seien zu teuer.

Ein Blick in den Rechnungsabschluss 2025: Firmensteuern (30'000 Beschäftigte): 31,8 Mio. Franken. Einwohnersteuern (20'000 Einwohner): 62,9 Mio. Franken, fast das Doppelte. Die 20'000 Einwohnerinnen und Einwohner tragen die Hauptlast des Badener Wohlstands, während 30'000 Beschäftigte die städtische Infrastruktur nutzen.

Mehr Einwohnende bedeuten mehr Steuereinnahmen, aber auch mehr Schulen, Kitas, Infrastruktur. Genau hier liegt der Denkfehler: Viele Städte rechnen nur die Kosten, nicht den Beitrag. So geht nicht einmal die rein finanzielle Rechnung auf, die positiven Effekte noch gar nicht mitgezählt.

Dabei ist das Kostenargument in der kompakten Stadt sogar schwächer als im Umland. Kurze Wege, geteilte Infrastruktur, dichtere Netze: Pro Kopf ist Verdichtung günstiger als Zersiedelung, beim Geld wie bei der Fläche. Wer in der Stadt wohnt, verbraucht weniger Boden und fährt weniger Auto. Wer ins Umland verdrängt wird, verbraucht von beidem mehr.

Und Einwohnende sind Kundschaft. Wer zu Fuss zum Bäcker geht, kauft öfter und konstanter als wer einmal im Monat vorbeifährt. Lebendige Quartiere, volle Läden, Vielfalt im Erdgeschoss: Das entsteht dort, wo Menschen leben, jeden Tag und auch am Wochenende. Nicht dort, wo sie nur durchpendeln.

Denn pendeln kostet. Volle Züge um 7 Uhr, verstopfte Strassen, eine Stunde verloren, jeden Tag. Das ist keine Kleinigkeit, das ist Lebenszeit. Vermeidbar, würden Wohnen und Arbeiten nicht systematisch getrennt.

Wer Wohnraum in den Städten blockiert, löst das Problem nicht. Er schiebt es nur über die Gemeindegrenze.

Finden Sie es richtig, dass Städte die Wertschöpfung behalten, aber das Leben ihrer Arbeitskräfte ins Umland auslagern?

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