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Zürich eine Stadt für alle? Wohl eher nicht.

Zürich eine Stadt für alle? Wohl eher nicht.

André Odermatt hat recht. Jede neue Wohnung ist heute erst mal teuer. Das ist allerdings die falsche Debatte. Die eigentliche Frage lautet, was mit Zürich passiert, wenn wir das Bauen verweigern, während die Arbeitsplätze weiter boomen.

Die Zahlen machen sprachlos. Vor 60 Jahren lag das Verhältnis von Einwohnern zu Beschäftigten in der Stadt Zürich bei 2:1. Das war ein gesundes Gleichgewicht. Heute sind wir bei 1:1.

Faktisch fehlt heute schlichtweg ein enormer Teil des benötigten Wohnraums. Egal ob für Familien, Singles oder Senioren – Zürich ist rechnerisch längst an seine Grenzen gekommen, weil der Wohnungsbau mit dem Wachstum der Arbeitsplätze nicht Schritt gehalten hat.

Die Folgen dieser Verweigerung sind fatal: Sozial: Wer keinen Platz findet, wird verdrängt. Miet-Ungerechtigkeit: Es entsteht eine massive Spaltung, bei der Nachbarn für die identische Wohnung völlig andere Preise zahlen, nur weil einer später eingezogen ist. Ökologisch: Wer hier arbeitet, aber nicht wohnen kann, wird zum Pendler gezwungen.

Wir brauchen sowohl massiv mehr Wohnraum als auch sozialpolitische Massnahmen, die sicherstellen, dass ein vernünftiger Anteil davon preisgünstig ist.

Doch die aktuelle BZO-Revision (liegt noch 2 Wochen auf!) verpasst diese Chance. Sie verhindert eher Wohnraum, als ihn zu ermöglichen. Passend dazu das Zitat von SP-Hochbauvorsteher Odermatt im Interview: «Dass mehr bauen zu tieferen Mieten führt, ist eine Mär.»

Es ist ernüchternd, wenn die Stadtplanung das Bauen an sich zur «Mär» erklärt, gibt sie den Slogan «Stadt für alle» und Richtplanziel «Stadt der kurzen Wege» faktisch auf. Wir müssen die BZO jetzt korrigieren, damit Zürich eine lebendige Stadt bleibt – für alle, die hier arbeiten und leben wollen.

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