GreenCity Manegg eine Stadt-Insel zwischen Lärm und Ruhe
- Sibylle Waelty
- vor 3 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Kürzlich habe ich endlich ein längst überfälliges To-Do erledigt. Ich habe der GreenCity Manegg einen Besuch abgestattet. Den 500-Meter-Radius rund um die S-Bahnhaltestelle Manegg nutze ich in meinen Präsentationen immer wieder als Beispiel. Schon beim Aussteigen aus der S-Bahn wurden wir überrascht und wohl auch ein wenig entlarvt.
Eine Frau kam auf uns zu und fragte, ob sie uns helfen könne. Offenbar sah man uns die leichte Orientierungslosigkeit an. Dabei suchten wir eigentlich nur die Rampe für den Kinderwagen und das Zentrum. Sie lächelte und meinte schmunzelnd, wir stünden bereits mitten drin.
Dann erzählte sie, wie sie hierher gezogen sei, als sie Zwillinge erwartete, weil die 3-Zimmerwohnung in der Stadt zu klein geworden war. Der Gestaltungsplan habe ursprünglich nur Büros vorgesehen, das Wohnen sei erst später dazugekommen, und das spüre man bis heute. Der Spielplatz auf dem Schuldach sei dafür ein echtes Highlight. Bevor sie weiterging, sagte sie noch, sie finde toll, was ich mache, und überlasse uns nun unserem Schicksal. Die Begegnung war so spontan, dass ich gar nicht reagieren konnte.
Wir machten uns auf den Weg und liessen die Umgebung auf uns wirken. Einige Gebäude ragen bis zu acht Geschosse in die Höhe. Dicht genug für eine 10-Minuten-Nachbarschaft könnte man meinen. Doch die Siedlung liegt auf dem Areal der ehemaligen Sihlpapier-Fabrik, einer Art Insel zwischen der lärmigen Autobahn, den Gleisen und der Hauptstrasse, eingerahmt von der Ruhe der Natur.
Im 500-Meter-Radius rund um die Haltestelle Manegg zeigt sich, dass die Einwohner- und Beschäftigtendichte zu gering ist, um eine echte Nahversorgung oder die kurzen Alltagswege zu schaffen, die 10-Minuten-Nachbarschaften auszeichnen. Das Areal müsste dichter bebaut sein, um die umliegende unbebaute Natur und die angrenzend sehr undichten Quartiere auszugleichen. Was diesen Ort ausmacht, ist vor allem die schnelle S-Bahnverbindung in die Stadt und die Nähe zur Natur direkt vor der Tür.
Beim Rundgang blieb ich immer wieder stehen und fragte mich, was Menschen hier besonders schätzen und was ihnen im Alltag vielleicht fehlt. Welche kleinen Ecken entdeckt man erst, wenn man hier wohnt? Und was würde euren Alltag einfacher oder schöner machen?











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