Kanton Zürich 2025. Echte Innenentwicklung scheitert. Noch.
- Sibylle Waelty
- 19. März
- 2 Min. Lesezeit
Das Statistisches Amt Kanton Zürich hat diese Woche die Zahlen zur Wohnbautätigkeit 2025 publiziert (Link zur Medientmitteilung im Kommentar 👇). In Schlieren und Winterthur wurden 2025 mehr Wohnungen abgerissen als neu erstellt. Kaum freie Wohnungen, der Markt ist angespannt. Aber das zu tief gebaute Volumen ist nicht das Problem, es ist das Symptom.
Die eigentliche Ursache
Zentral gelegen gibt es im Kanton Zürich sehr viele Arbeitsplätze. Wohnraum an denselben Lagen? Kaum. Die Bau- und Zonenpläne sind strukturell nach wie vor auf Aussenentwicklung ausgerichtet, obwohl diverse Richtpläne die Stadt der kurzen Wege behördenverbindlich fordern. Eigentümerverbindlich wird es erst mit der BZO.
Das Zeitfenster
Die Gemeinde Flawil hat gezeigt, dass über 90% der am Partizipationsprozess beteiligten Bevölkerung für echte Innenentwicklung stimmen, wenn man sie richtig einbindet. Was die Menschen wollen, ist bezahlbar wohnen, was echte Innenentwicklung weiter ermöglichen kann, ist alles Wichtige zu Fuss erreichbar, lebendiges Ortszentrum. Wer die scheut, bekommt über kurz oder lang weitere Zersiedelung, es gibt kein Dazwischen.
Die BZO 2028 der Stadt Zürich liegt ab morgen öffentlich auf. Die BZOs der Stadt Winterthur und Stadt Schlieren sind in Revision. Wer denkt, das seien Weichenstellungen für 15 Jahre, denkt zu kurz. Sanierungszyklen bei Immobilien dauern 30 bis 50 Jahre. Was heute bei der Innenentwicklung falsch geplant wird, lässt sich frühestens in zwei Generationen korrigieren.
Wer welche Hebel hat
Die Gemeinden können an geeigneten Standorten Ausnutzung mit Auflagen wie Anteil preisgünstiger Wohnungsbau, Qualitätsanforderungen erhöhen. Wer dabei auf 10-Minuten-Nachbarschaften hinzielt, bekommt nicht einfach mehr Wohnungen, sondern qualitätsvolle Nachbarschaften, in denen man gut leben kann: bezahlbar, mit allem Wichtigen zu Fuss erreichbar, lebendig. Das ist der Unterschied zwischen abstraktem Aufzonen und echter Innenentwicklung.
Die Baudirektion Kanton Zürich hat andere Hebel. Siw kann Verdichtungsgebiete im kantonalen Richtplan konsequenter festlegen, den kantonalen Richtplan wo nötig nachschärfen, und BZO-Genehmigungen daran messen. Die Statistik liefert er sich selbst. Die Konsequenzen daraus zieht er noch nicht.



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