Wie wollen wir künftig leben und welche Regeln brauchen wir dafür?
- Sibylle Waelty
- vor 4 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Vergangene Woche durfte ich am FSAI-Jubiläumspodium mit Peter Märkli, Regula Lüscher und Donald Vogt, moderiert von Karin Salm, über Überregulierung im Städtebau diskutieren.
✅ Einigkeit: Ohne Regeln geht es nicht.
❌ Uneinigkeit: Haben wir zu viele oder die falschen?
Genannte Beispiele:
SeNatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen und Senatskanzlei Berlin: Kaum Bodenregulierung, aber Bebauungspläne regeln am Ende in Deutschland/in Berlin mehr als in der Schweiz/in den Schweizer Städten, so Lüscher.
Stadt Zürich: Ein 40-Meter-Gebäude auf einer kleinen Parzelle wäre theoretisch möglich. Die erlaubte Ausnützungsziffer macht es praktisch unmöglich, so Märkli.
Stadt Zug: Das Gedankenexperiment „White Zones“ soll Eigentümerschaften erlauben, zu bauen was sie wollen, wenn sie sich mit Nachbarn einig sind. Dies unter der Bedingung eines Anteil preisgünstigen Wohnraums von 50%, so Thomas Held.
Stadt Bern: Ein Projekt mit Sondernutzungsplanung, gestartet 2019, kann frühestens 2032 gebaut werden. Vogt: „Ja, ich hätte die Regeln lieber in der Grundordnung.“ Planungs- und Rechtssicherheit schlägt Sonderregeln.
Alle Städte zeigen dasselbe Muster:
In Berlin/in Deutschland: keine Pflicht zur Revision der Bodenregulierung
Bern, Zürich, Zug hätten zwar eine Pflicht, aber letzte Gesamtrevisionen mehr als 15 Jahre zurück und wird doch endlich eine Gesamtrevision vorgenommen, ist beim Zeitpunkt der öffentlichen Mitwirkung eine echte Partizipation fast nicht mehr möglich, weil wichtige Entscheidungen faktisch bereits gefällt wurden.
Die zentrale Frage:
Warum enthält unsere Grundordnung keine taugliche Strategie für nachhaltige Raumentwicklung? Warum diskutieren Städte nicht früher und strategischer mit der Bevölkerung?
Das Beispiel Gemeinde Flawil zeigt, was möglich ist:
Szenarien für die Entwicklung des Ortszentrums inkl. 10-Minuten-Nachbarschaft wurden in 4D modelliert, mit klaren Aussagen zu Aufzonungen, Potenzialen, Chancen und Risiken. Das Ergebnis? Eine Bevölkerung, die offen für Innenentwicklung ist.
Mein Fazit:
Wenn wir lebenswerte, resiliente Städte wollen, müssen wir frühzeitig diskutieren, strategisch denken und echte Optionen auf den Tisch legen und diese mit der Bevölkerung diskutieren:
✅ Wie viele 10-Minuten-Nachbarschaften wollen wir?
✅ Wie dicht, gemischt und lebenswert sollen sie sein?
✅ Welche Regeln braucht es dafür wirklich?
Danke für die Einladung Juho Nyberg, Remo Vogel. Matthias Stähli und Hansjörg Betschart Vostand fsai und Ramon Osti für die Stills.






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