🌧️🌳 Heisse Städte, Starkregen, steigende Mieten und ein Denkfehler, über den kaum jemand spricht.
- Sibylle Waelty
- 23. Jan.
- 1 Min. Lesezeit
Gestern im Swissbau Lab im Themenbereich Zukunft Schwammstadt wurde eines klar: Unsere Städte spüren den Klimawandel längst. Hitze, Starkregen, überforderte Infrastrukturen. Wir müssen handeln.
Als ETH-Dozentin und CEO meines ETH-Spin-offs durfte ich das Thema aus klima- und planungspolitischer Perspektive einordnen. Vorgestellt wurden praxisnahe Ansätze wie:
🔹Arbeiten an Planungsgrundlagen und Umsetzungspiloten (von Susanne Fischer Kanton Basel-Stadt).
🔹 Dachisolation, die 40 cm Erde trägt, als echtes Schwammdach (von Piotr Roffler EMBA / B.Sc Xella Porenbeton Schweiz AG).
🔹 Projekte mit Schutzmassnahmen Oberflächenabfluss (von Simon Schudel die Mobiliar).
🔹 Kühleffekt von Topfbäumen auf Plätzen (von Sebastian Mühlemann Bauer Baumschulen AG).
Zu Beginn der von Giulia Staub geführten Diskussion machte Andreas Wicki von Countdown 2030 einen zentralen Punkt deutlich:
👉 Schwammstadt ist Klimaanpassung, nicht Klimaschutz!
Der Elefant im Raum (planerisch und politisch), den ich an der Diskussion eingebracht habe:
Schwammstadtmassnahmen machen Quartiere attraktiver.
Ohne zusätzlichen Wohnraum steigen die Mieten.
Verdrängung folgt in autoabhängige, CO₂-intensivere Lagen. Klimaanpassung ohne Innenentwicklung ist sozial und klimapolitisch ein Risiko.
Was bedeutet das für Gemeinden?
Schwammstadt ist kein isoliertes Gestaltungsprojekt. Sie ist eine Nutzungsplanungsfrage:
➡️ Wo braucht es mehr Wohnraum an gut erschlossenen Standorten, damit 10-Minuten-Nachbarschaften entstehen können?
➡️ Wie können 5–6 Geschosse oder bei Bedarf höhere Gebäude in der Grundordnung der Nutzungsplanung ermöglicht werden, wo heute politische Blockaden bestehen?
➡️ Wie lassen sich Klimaanpassung, Innenentwicklung und soziale Durchmischung planerisch verknüpfen?
Viele Schweizer Gemeinden haben heute das Potenzial für 10-Minuten-Nachbarschaften, schöpfen dies aber planerisch nicht aus. Und falls Gemeinden sich mit genau diesen Fragen beschäftigen: Ich tausche mich gerne fachlich aus.
Der entscheidende Zusammenhang:
👉 Klimaanpassung braucht Innenentwicklung und
👉 Innenentwicklung braucht datenbasierte, politisch tragfähige Nutzungsplanung.
Nur so entstehen klimaresiliente, sozial durchmischte und langfristig finanzierbare Quartiere.
Videoaufzeichnung im ersten Kommentar 👇.




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